Kaufverträge

Bei diesem Thema benötigen Sie Ihre rechtliche Beratung, denn es ist nicht ratsam, dies allein zu vollziehen, sofern Sie nicht bereits Erfahrung damit haben und die spanische Sprache beherrschen. Wenn Sie eine Immobilie finden, die Sie kaufen möchten, ist es gängige Praxis, ein formelles Angebot und eine Anzahlung zu machen, und wenn das Angebot akzeptiert wird, wird ein Vertrag oder zumindest eine Reservierung abgeschlossen. Wenn ein Angebot akzeptiert wurde, besteht der nächste Schritt darin, einen Anwalt zu beauftragen und dann mindestens 10% des Kaufpreises auf dessen Mandantenkonto zu überweisen. Der Anwalt wird dann mit der Kaufprüfung (Due Diligence) beginnen und die Immobilie hinsichtlich Eigentümer, Steuern, Gebühren und Belastungen auf der Immobilie sowie hinsichtlich der städtischen Planung für dieses Gebiet überprüfen.

Er wird dann einen privaten Optionsvertrag mit dem Anwalt des Verkäufers aufsetzen lassen, in dem alle Vereinbarungen bezüglich Preis, Fertigstellungstermin usw. aufgeführt sind.
Wenn Sie eine möblierte Wohnung oder Haus kaufen, muss eine unterschriebene Inventarliste erstellt werden, die dem Privatvertrag beigefügt wird. Wenn möglich, sorgen Sie mithilfe Ihres Maklers dafür, dass Sie auch eine fotografische Aufstellung erhalten.

Es sollten Vorkehrungen getroffen werden, damit vor der Unterzeichnung beim Notar jemand im Namen des Käufers überprüft, dass die Immobilie mitsamt der aufgeführten oder vereinbarten Möbel hinterlassen wurde. Denn sobald der Verkauf beim Notar abgeschlossen ist, wird es sehr schwierig werden, irgendwelche Möbel oder Gegenstände zurück zu bekommen, die vom Verkäufer „entfernt“ wurden.

Nachdem der Privatvertrag unterzeichnet ist und die Anzahlung von in der Regel 10% gezahlt wurde, fallen für beide Parteien hohe Strafen an, sollte eine der beiden Parteien den Vertrag rückgängig machen wollen. Laut Gesetz ist der Verkäufer verpflichtet, den doppelten Anzahlungsbetrag zu zahlen, sofern nicht anders angegeben, und der Käufer verliert seine Anzahlung.
Wenn Sie einen Optionsvertrag unterschreiben müssen, seien Sie auf der Hut, denn wenn Sie die Optionsfrist überschreiten, verlieren Sie alle Ihre Kaufansprüche. Dann ist der Verkäufer berechtigt, die Immobilie wieder auf den Markt zu setzen und anderweitig zu verkaufen und Ihre Anzahlung einzubehalten, egal aus welchem Grund Sie nicht fortfahren.

Die goldene Regel sollte immer sein: wenn Sie nicht zufrieden oder unsicher sind, zögern Sie nicht, um weitere Beratung oder eine weitere Erklärung zu bitten.

Unterschreiben Sie kein Dokument, von dem Sie nicht überzeugt sind. Sie sollten auch immer eine Version auf Englisch vorliegen haben oder in einer anderen Sprache, der Sie mächtig sind. Ihr Anwalt oder Vertreter sollte für Sie das gesamte Dokument, nicht nur Auszüge davon übersetzen, und wenn Sie eine Übersetzung anfordern, sollten Sie die Übersetzung Ihres speziellen Vertrags und nicht von einer allgemeinen Version erhalten.

Sobald die neuen Eigentumsurkunden vor dem Notar unterzeichnet wurden, sind Sie der neue Eigentümer und sollten den Besitz und die Schlüssel in Empfang genommen haben. Nun muss Ihr gesetzlicher Vertreter nur noch Ihre Besitzübertragungssteuer zahlen und die Immobilie auf Ihren Namen beim örtlichen Grundbuchamt eintragen lassen.